Die Lehrstühle

Die Träger der akademischen Forschung und Lehre am Institut für Politikwissenschaft sind fünf Lehrstühle, die auf unterschiedliche Teilgebiete der Politikwissenschaft ausgerichtet sind. Es handelt sich hierbei um den (i) Lehrstuhl für Vergleichende Politikwissenschaft, (ii) den Lehrstuhl für International Vergleichende Politische Ökonomie und Wirtschaftssoziologie, (iii) den Lehrstuhl für Politische Theorie und Ideengeschichte, (iv) den Lehrstuhl für Internationale Politik und Außenpolitik, sowie (v) den Lehrstuhl für Europapolitik. An ihrer Spitze stehen die Professorinnen und Professoren des Instituts, unterstützt von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Wissenschaftlichen und Studentischen Hilfskräften sowie den auswärtigen Lehrbeauftragten. Seit 2017 verfügt das Institut darüber hinaus über eine sechste Professur zur politikwissenschaftlichen Methodenlehre. Außerdem dem Institut angeschlossen ist der ehemalige Jean-Monnet-Lehrstuhl für Europäische Politik, der seit der Emeritierung seines Inhabers als Center for Turkey and EU Studies (CETEUS) firmiert.

 Prof. Dr. André Kaiser deckt das Gebiet der Vergleichenden Politikwissenschaft ab und befasst sich dabei intensiv mit Fragestellungen der komparativen Analyse von Demokratietypen, Wahl- und Parteiensystemen sowie den Ausprägungen von Föderalismus und Dezentralisierungsprozessen. Die aktuellen Drittmittelprojekte des Lehrstuhls widmen sich u.a. der Dynamik des Parteienwettbewerbs und der Thematik von Föderalismus und Dezentralisierung als Dimension von Staatshandeln. Daneben bildet die vergleichende Analyse Politischer Ökonomie einen weiteren Schwerpunkt in Forschung und Lehre. Prof. Dr. Kaiser ist aktiv an den Graduiertenzentren der Fakultät wie dem internationalen DFG-Graduiertenkolleg  Cologne Research Training Group SOCLIFE beteiligt. Für den Zeitraum 2009 bis 2015 wurde Prof. Dr. Kaiser in das Executive Committee des  European Consortium for Political Research (ECPR) gewählt. Mit 343 Mitgliedinstituten aus 46 Ländern ist das ECPR die bedeutendste politikwissenschaftliche Organisation Europas. Zusammen mit dem Lehrstuhl für Vergleichende Politische Ökonomie, dem Lehrstuhl für Europapolitik und der Professur für Methodenlehre bildet der Lehrstuhl für Vergleichende Politikwissenschaft das Cologne Center of Comparative Politics (CCCP).

Der Lehrstuhl von  Prof. Dr. Christine Trampusch deckt das Gebiet der International Vergleichenden Politischen Ökonomie und Wirtschaftssoziologie ab. Die Arbeiten sind theorieorientiert und methodenfundiert und umfassen die folgenden Bereiche: Vergleichende Politische Ökonomie und Policy-Analyse, Wirtschaftssoziologie, Spielarten des Kapitalismus, Institutionenwandel, Wohlfahrtsstaat, Industrielle Beziehungen, Bildungspolitik, Finanzmärkte und Bankgeheimnisse, Europäisierung, Schweiz in Europa, qualitative vergleichende und fallinterne Untersuchungsmethoden. Der Lehrstuhl arbeitet ferner in Forschung und Lehre mit dem  Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung (MPIfG) zusammen. Vor Kurzem wurde Frau Trampusch in den Executive Council der  Society for the Advancement of Socio-Economics (SASE) gewählt sowie in das Editorial Board von  German Politics aufgenommen. Neuerdings ist sie ferner Mitglied der International Max Planck Research School  “The Social and Political Constitution of the Economy” Cologne (IMPRS-SPCE) sowie des Boards der Graduiertenschule  SOCLIFE (Universität zu Köln). Gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Vergleichende Politikwissenschaft, dem Lehrstuhl für Europapolitik und der Professur für Methodenlehre bildet der Lehrstuhl für Vergleichende Politische Ökonomie das Cologne Center for Comparative Politics (CCCP).

Prof. Dr.  Wolfgang Leidhold ist für die Politische Theorie und Ideengeschichte zuständig und verfügt darüber hinaus über einschlägige Erfahrungen im Bereich der virtuellen Lehre. An seinem Lehrstuhl wurde das  ILIAS-Projekt entwickelt und umgesetzt, das mittlerweile in der gesamten Universität zu Köln Anwendung findet und den Studierenden eine onlinebasierte Lernplattform bietet. In seiner Forschung und Lehre widmet sich Prof. Dr. Leidhold insbesondere den Fragen des Verhältnisses zwischen Politik und Religion sowie den großen Traditionen des abendländischen politischen Denkens. Am Lehrstuhl wird daneben auch das politische Denken des islamischen und fernöstlichen Kulturraums behandelt. 2008 erschien das Werk  "Gottes Gegenwart. Zur Logik der religiösen Erfahrung" aus der Feder von Prof. Dr. Leidhold.

Prof. Dr.  Thomas Jäger widmet sich der theoretischen und empirischen Erfassung der Internationalen Beziehungen, die thematisch an seinem Lehrstuhl beheimatet sind. Schwerpunkte der Forschung und Lehre liegen dabei in der Analyse der deutschen und US-amerikanischen Außenpolitik, der Entwicklung von Allianzen und neuen Akteuren des internationalen Systems, sowie des Zusammenspiels von Medien und Internationaler Politik. Als US-Experte ist Prof. Jäger regelmäßig auch Gast in  Fernsehsendungen und Online-Foren wie dem  Deutsche Welle (DW) Wahlblog . Am Lehrstuhl wird die  Zeitschrift für Außen- und Sicherheitspolitik (ZfAS) herausgegeben, die auf die Publikation von Analysen der Außenpolitik und der Internationalen Politik sowie sicherheitspolitischer Studien ausgerichtet ist. Beiträge durchlaufen ein Expertengutachtensystem.

 Prof. Dr. Sven-Oliver Proksch, Inhaber des Lehrstuhls seit dem 1.1.2017, befasst mit politischer Repräsentation, demokratischen politischen Institutionen, Parteien, Parlamentsdebatten, der Analyse politischer Texte und Europäischer Politik. Weitere Informationen zu seiner Tätigkeit finden sich auf seiner  persönlichen Webseite sowie auf der Homepage des  CCCP.

 Prof. Dr. Ingo Rohlfing, Inhaber des Lehrstuhls seit Dezember 2016, befasst sich mit sozialwissenschaftlichen Methoden mit einem Schwerpunkt auf Fallstudien, Qualitative Comparative Analysis und Multimethoden-Forschungsdesigns. Inhaltlich widmet er sich insbesondere Politischen Parteien. Weitere Informationen zu seiner Tätigkeit finden sich auf seiner  persönlichen Webseite sowie auf der Homepage des  CCCP.

 Prof. Dr. Wolfgang Wessels war bis 2016 Inhaber eines Jean Monnet Lehrstuhls und befasste sich eingehend mit Fragen der Europäischen Politik. Seine Arbeitsschwerpunkte umfassten in erster Linie die Entwicklung der rechtlichen, institutionellen und prozeduralen Architektur der Europäischen Union. Sein Augenmerk galt dabei sowohl den theoretischen und strategischen Konzepten zur Erfassung des europäischen Integrationsprozesses als auch den Formen und Modi des Regierens in zentralen Politikfeldern des EU-Mehrebenensystems.

Im Jahre 2007 wurden er und sein Lehrstuhl mit dem Europäischen Preis für Lebenslanges Lernen in Gold ausgezeichnet. Im September 2011 erhielt Prof. Dr. Wessels den Lifetime Achievement Award in Contemporary European Studies der renommierten  University Association for Contemporary EU Studies (UACES). 2015 zeichnete ihn die Universität mit ihrem Forschungspreis aus.

Nach seiner Versetzung in den Ruhestand und der Auflösung des Jean Monnet Lehrstuhls wurde er Direktor des Center for EU and Turkey Studies an der Universität zu Köln (CETEUS) und Beauftragter für die Türkisch-Deutsche Universität in Istanbul.